Wie beschreiben und charakterisieren die anderen Figuren Katharina?
Welche Figuren beschäftigen sich mit dem Charakter Katharinas?
Welche Aspekte des Charakters Katharinas werden von den anderen Figuren gesehen? Welche nicht?
Sammelt wichtige Aussagen der anderen Figuren über Katharina und ordnet sie dem Schaubild zu.
In der Erzählung sind unzählige Personen genannt, die mit Katharina in Verbindung stehen, jedoch nicht alle beschäftigen sich mit ihrem Charakter, da sie Katharina nur entfernt kennen oder die Beziehung zu ihr nicht sehr intensiv ist.
Aus ihrem Freundeskreis sagt das Ehepaar Hiepertz und das Ehepaar Blorna etwas über ihre Eigenschaften. Frau Woltersheim, Freundin und Verwandte von Katharina, erzählt in einem Polizeiverhör auch über Charaktereigenschaften. Diese Personen machen den größeren Anteil der Aussagen, weil sie auch am meisten mit Katharina zu tun haben und deswegen mehr mit ihr vertraut sind.
Die Polizeibeamten Moeding und Beizmenne sowie der Staatsanwalt Hach nehmen an den Verhören teil und während der Ermittlungen begleiten sie Frau Blum, so äußern auch sie sich zum Charakter.
Die Hausbewohner Schmill und Ruhwiedel sind im Verhör dazu verpflichtet, etwas über Katharina zu erzählen.
Wilhelm Brettloh, ihr erster Ehemann, wird in der Zeitung zitiert, welche auch noch mal ein Zitat von Dr. Blorna in veränderter, nicht wahrheitsgemäßer Form, bringt.
Zudem gibt es noch Aussagen zu einzelnen Situationen, die nicht von bestimmten Personen, sondern vom Erzähler stammen.
Das Ehepaar Hiepertz betrachtet nur gute Eigenschaften von Katharina. Von Frau Hiepertz wird sie als hilfsbereit und stolz beschrieben („ ‚Nicht ums Geld wegen, nein, für solche Gefälligkeiten dürfen wir ihr gar nichts anbieten, das würde sie tief kränken´, erläuterte Frau Hiepertz"; S. 16, Z. 5-7) und Herr Hiepertz findet ebenfalls, dass sie sehr hilfsbereit und dazu noch intelligent ist („Hiepertz, mit dem Blorna später telefonierte, schwor, folgendes gesagt zu haben: ‚Wenn Katharina radikal ist, dann ist sie radikal hilfsbereit, planvoll und intelligent´"; S. 42, Z. 13- 16). Da sie beide frühere Arbeitgeber von Katharina Blum sind, ist es verständlich, dass sie gut über Katharina reden, sonst hätten sie sie bestimmt nicht eingestellt, denn Hilfsbereitschaft und Intelligenz werden benötigt, um einen Haushalt gut zu führen. Als Freunde nennen sie natürlich auch nur die guten Eigenschaften.
Das Ehepaar Blorna, Arbeitgeber und gleichzeitig Freunde, stellt Katharina´ s Charakter auch als gut dar. Klug, stolz, treu, herzlich und gleichzeitig wieder kühl nennen die beiden mehrere Eigenschaften („ ‚ Katharina ist eine sehr kluge und kühle Person’"; S. 35, Z. 22-23 ; „ Es sei wohl dieses merkwürdige, herzliche Kühle an Katharina"; S. 87, Z. 30-32; „Katharina, die zwei lebensgefährliche Eigenschaften hat: Treue und Stolz", S. 85, Z. 13-14). Der Gegensatz zwischen kühl und herzlich spiegelt die Vielseitigkeit von Katharinas Charakter wider. Dass prüde („ Da Blorna und seine Frau Katharina Blum als in sexuellen Dingen äußerst empfindlich, fast prüde schildern, muß die Möglichkeit, Beizmenne könnte [...] die umstrittene Frage gestellt haben, hier erwogen werden"; S.19,Z. 8-14) eine weitere Eigenschaft ist, mag zunächst negativ klingen, aber dies zeigt, dass Katharina gegenüber Männern ziemlich vorsichtig ist, was dann eher positiv wirkt. Man merkt, dass die Beziehung zwischen den Blornas und Katharina Blum besser ist, als die zum Ehepaar Hiepertz, da sie mehrere Anmerkungen machen können.
Else Woltersheim kann zusätzlich auf die Vergangenheit zurückblicken, da sie Katharina schon länger als andere kennt, aber auch hier gibt es ausschließlich positive Aussagen zum Charakter: Fleißig und ordentlich und schüchtern sei sie („Katharina sei immer ein fleißiges, ordentliches, ein bisschen schüchternes, oder besser gesagt: eingeschüchtertes Mädchen gewesen, als Kind sogar fromm und kirchtreu"; S. 63, Z. 32 – S. 64, Z. 2), auch gebildet und ein Organisationstalent („...stiegen die Chancen einer Frau wie Katharina Blum, die organisatorisch, kalkulatorisch und auch, was die ästhetische Seite betreffe, aufs beste gebildet und ausgebildet sei"; S. 64, Z.33 – S. 65, Z. 4). Die Schüchternheit stellt mit Sicherheit einen Grund und eine Verbindung zur Zurückhaltung gegenüber Männern dar.
Beizmenne, Hach und Moeding können Aussagen über das Verhalten Katharinas während der Vernehmung und bei der Polizei machen. Moeding und Hach beschreiben, wie Katharina reagiert. Moeding sieht ihren Zustand als kritisch an („...er sei über den Zustand der jungen Frau sehr beunruhigt und fürchte, dass sie sich etwas antun könne; sie sei völlig zerschmettert"; S. 33, Z. 10-12) und Hach erklärt, dass sie Privates und Dienstliches nicht trennen könne („ Es war ihr- wie Hach erzählte- offenbar unmöglich, das Dienstliche vom Privaten zu trennen"; S. 26, Z. 28 – S. 27, Z. 1). Es scheint, als sei die Frau in Extremsituationen nicht sehr beständig. Beizmenne stellt Vermutungen über ihren Charakter an, um dem Kriminellen entgegenzuwirken. Naivität und Romantik („ ...ich halte sie nämlich nicht für unmittelbar kriminell, sondern eher für naiv und ein bisschen zu romantisch"; S. 52, Z. 33- S. 53, Z.2) sind seiner Meinung nach Katharinas Schwächen, aber diese können hier zu ihren Gunsten ausgelegt werden, weil sie einen erheblichen Aspekt bilden, warum es zur Freundschaft mit Ludwig Götten gekommen sein könnte.
Richtig kennen sie Katharina nicht, aber die Hausbewohner Schmill und Ruhwiedel können trotzdem Aussagen machen. Genau wie andere beschreiben sie Frau Blum als freundlich, aber auch kühl („....sie sei immer adrett, freundlich, wenn auch kühl gewesen"; S. 30, Z. 28- S. 31, Z. 1). Daraus könnte gefolgert werden, dass Katharina Blum nicht gerne mit fremden Menschen Kontakt hatte.
Zwar hat Brettloh laut ZEITUNG gesagt, dass Katharina radikal und kirchenfeindlich sei, was ihm Angst einjagte („Jetzt weiß ich, warum ich ihre Radikalität und Kirchenfeindlichkeit immer gefürchtet habe..."; S. 41, Z. 20-21), aber es ist vorstellbar, dass er dies wirklich so gesagt hat, weil er sich mit der Nennung negativer Eigenschaften an Katharina nachträglich für die Scheidung rächen wollte. Da sie keine gute Beziehung hatten und Katharina abweisend zu Brettloh war, ist es nicht verwunderlich, dass er nur negative Eigenschaften erwähnt.
Eigentlich dürfte die ZEITUNG als Nenner von Katharinas Charakterzügen gar nicht genannt werden, aber es ist zu erwähnen, dass sie die umgekehrten, negativen Eigenschaften nutzt, um Schlagzeilen zu machen und interessante Storys für die Leser zu liefern („Dort auf der Rückseite las er dann, dass die ZEITUNG aus seiner Äußerung, Katharina sei klug und kühl, ‚eiskalt und berechnend’ gemacht hatte", S. 36, Z. 25-27).
Die allgemeinen Aussagen „...wurde die Vernehmung zur Person fortgesetzt, die Beizmenne gern kürzer gehabt hätte die Blum aber Bestand auf Ausführlichkeit"; S. 28, Z. 1-4 und „Die Dauer der Vernehmungen ließ sich daraus erklären, dass Katharina Blum mit erstaunlicher Pedanterie jede einzelne Formulierung kontrollierte"; S. 29 Z. 18 – 20, unterstreichen nochmals die Ordentlichkeit und Genauigkeit Katharinas.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Personen aus Katharinas Freundeskreis nur Gutes über sie sagen. Der Schwerpunkt der Aussagen liegt bei Eigenschaften, die Katharina hat, während sie in gewöhnlichen, normalen Situation steckt, denn die Bekannten erleben nicht mit, wie Frau Blum sich verhält, als sie sich auf der Polizeiwache und im Verhör aufhält.
Dagegen wissen die ermittelnden Beamten mehr über ihr Verhalten in Extremsituationen und weniger über allgemeines und im Laufe der Ermittlungen tauchen noch Eigenschaften auf, die Katharinas Freundeskreis vielleicht noch nicht kannte.
Die Hausbewohner können nur Oberflächliches nennen und vorhandene negative Eigenschaften werden gegen Katharina ausgespielt, um sie „fertig zu machen".
Wichtige Aussagen der anderen Figuren über Katharinas Charakter
Frau Hiepertz: „ ‚Nicht ums Geld wegen, nein, für solche Gefälligkeiten dürfen wir ihr gar nichts anbieten, das würde sie tief kränken´, erläuterte Frau Hiepertz"; S. 16, Z. 5-7
Herr Hiepertz: „Hiepertz, mit dem Blorna später telefonierte, schwor, folgendes gesagt zu haben: ‚Wenn Katharina radikal ist, dann ist sie radikal hilfsbereit, planvoll und intelligent´"; S. 42, Z. 13- 16
Ehepaar Blorna: „ Da Blorna und seine Frau Katharina Blum als in sexuellen Dingen äußerst empfindlich, fast prüde schildern, muß die Möglichkeit, Beizmenne könnte [...] die umstrittene Frage gestellt haben, hier erwogen werden"; S. 19, Z. 8- 14
Dr. Blorna: „ ‚ Katharina ist eine sehr kluge und kühle Person’"; S. 35, Z. 22-23, „ Es sei wohl dieses merkwürdige, herzliche Kühle an Katharina"; S. 87, Z. 30-32
Trude Blorna: „Katharina, die zwei lebensgefährliche Eigenschaften hat: Treue und Stolz", S. 85, Z. 13-14
Hach: „ Es war ihr- wie Hach erzählte- offenbar unmöglich, das Dienstliche vom Privaten zu trennen"; S. 26, Z. 28 – S. 27, Z. 1
Frau Woltersheim: „Katharina sei immer ein fleißiges, ordentliches, ein bisschen schüchternes, oder besser gesagt: eingeschüchtertes Mädchen gewesen, als Kind sogar fromm und kirchtreu"; S. 63, Z. 32 – S. 64, Z. 2
„...stiegen die Chancen einer Frau wie Katharina Blum, die organisatorisch, kalkulatorisch und auch, was die ästhetische Seite betreffe, aufs beste gebildet und ausgebildet sei"; S. 64, Z.33 – S. 65, Z. 4
Beizmenne: „ ...ich halte sie nämlich nicht für unmittelbar kriminell, sondern eher für naiv und ein bisschen zu romantisch"; S. 52, Z. 33- S. 53, Z.2
Brettloh (i.d. Zeitung): „Jetzt weiß ich, warum ich ihre Radikalität und Kirchenfeindlichkeit immer gefürchtet habe..."; S. 41, Z. 20-21
Hausbewohner (Schmill u. Ruhwiedel): „....sie sei immer adrett, freundlich , wenn auch kühl gewesen"; S. 30, Z.28- S. 31, Z. 1
ZEITUNG: „Dort auf der Rückseite las er dann, dass die ZEITUNG aus seiner Äußerung, Katharina sei klug und kühl, ‚eiskalt und berechnend’ gemacht hatte", S. 36, Z. 25-27
Moeding: „...er sei über den Zustand der jungen Frau sehr beunruhigt und fürchte, dass sie sich etwas antun könne; sie sei völlig zerschmettert"; S. 33, Z. 10-12
Allgemeines: „...wurde die Vernehmung zur Person fortgesetzt, die Beizmenne gern kürzer gehabt hätte die Blum aber Bestand auf Ausführlichkeit"; S. 28, Z. 1-4; „Die Dauer der Vernehmungen ließ sich daraus erklären, dass Katharina Blum mit erstaunlicher Pedanterie jede einzelne Formulierung kontrollierte"; S. 29 Z. 18 - 20
Was versteht Katharina unter „Ehre"?
Erarbeitet, was für Katharina ihre Ehre ausmacht. Inwiefern hat Kathrina durch das Geschehen ihre Ehre verloren? Katharina ging ein Ruf der Korrektheit voraus.(S.126;Z.24) Sie erledigte ihre Arbeit sorgfältig und war immer zu Stelle, wenn ihre Arbeitgeber Hilfe brauchten. Z.B. ließ sie sich nicht extra von den Hiepertz bezahlen, als sie sie zum Bahnhof brachte!(„..... „für solche Gefälligkeiten dürfen wir ihr gar nichts anbieten, das würde sie tief kränken", erläuterte Frau Hiepertz.",S.16;Z.4-7) Dies zeigt, dass Geld in solch einer Angelegenheit Katharinas Stolz und Ehre verletzt hätte. Auch achtet sie bei ihrer Vernehmung mit „erstaunlicher Pedanterie" darauf, dass jedes einzelne ihrer Worte wörtlich in das Protokoll aufgenommen werden (S.29;Z.23). Hierdurch wird klar, dass ihr ihre Ehre von Bedeutung ist, weil sie nicht will, dass ihre Worte verdreht werden und sie dadurch schlecht dargestellt wird. Auch nimmt sie nichts zu essen von den Beamten an, sondern sie besteht darauf,sich aus einem Cafe´ etwas holen zu lassen und dieses selbst zu bezahlen (S.27;Z.20). So wird deutlich, dass sie keinem dankbar sein will, sondern für sich selbst aufkommen will. Als sie auf die Herrenbesuche angesprochen wird, errötet sie aus Scham. Sie fühlt sich in ihrer Privatsphäre gestört. Außerdem macht die Zeitung keinen Halt davor, viele Aussagen von Personen aus Katharinas Bekanntenkreis zu verdrehen, z.B. wandelt sie die beschreibenden Adjektive „klug und kühl" in „eiskalt und berechnend" um.(S.36;Z.25-27) Sie zeigt keinen Respekt vor Katharina, indem sie sie nur als „die Blum", „Mörderbraut" (S.39) oder „Räuberliebchen"(S.36)bezeichnet. Sie hat sofern ihre Ehre und Würde verloren, weil die Zeitungsleser nicht wissen, dass alles gelogen ist (... „und wie sollen die Leute denn auch wissen, dass alles gelogen ist.",S.137;Z.25,26). Denn als sie mit einer Freundin redet, spricht diese sie auf die Zeitung an und Katharina merkt so, dass die Leute der ZEITUNG Glauben schenken und sie dadurch einen schlechten Ruf bekommt. Sie, die am Anfang eine angesehene Frau war und über die fast alle nur positive Dinge ausgesagt hatten, verliert durch diese Behauptungen ihre Ehre. Auch trug sie den Spitznamen „Nonne"(S.98;Z.4),doch dieser verschwindet schnell durch die Verleumdungen.
Vergleicht ihren Ehrbegriff mit den Ehrbegriffen, die in den Materialien erläutert werden.
Die Definitionen aus dem Brockhaus stimmen mit Katharinas Ehrbegriff überein. Der Artikel 1 GG z.B. garantiert die Untastbarkeit der Würde der Person, und diese ist für Katharina besonders wichtig. Bei ihr wurde sie durch Verleumdungen und Verdächtigungen der Presse verletzt. Aber auf die Anfrage, was sie dagegen tun könne, wird sie lediglich auf die Pressefreiheit hingewiesen, ohne überhaupt andere Möglichkeiten genannt zu bekommen, welches ihr gutes Recht gewesen wäre. Konflikte der Ehre mit der Liebe spielen für Katharina ebenfalls eine große Rolle, da sie des öfteren belästigt wird und ihr dadurch kein Respekt entgegengebracht wird. Auch wird in der Definition von Wolfgang Habermeyer erwähnt, dass die Stellung in der Gesellschaft mit der Ehre zusammenhängt. Katharina will auch ihre Stellung bewahren, da sie angesehen war, denn all ihre Freunde und Verwandten sagten nur Positives über sie aus. Wolfgang Habermeyer ist der Auffassung, dass Ehre ein zu schützendes Rechtsgut ist und dass sie Anerkennung und Achtung eines Menschen bedeutet. All diese Definitionen werden von der Zeitung missachtet. Katharina ist der gleichen Meinung wie die der Autoren der Texte.
Welcher Zusammenhang besteht zwischen der „verlorenen Ehre" und dem Mord an dem Reporter Tötges? Wie erklärt sich der Mord?
Katharina empfindet ihre Ehre als ein sehr wichtiges Element. Sie schätzt sich selbst und will von anderen geachtet werden. Die Zeitung aber streut nur Verleumdungen und Verdächtigungen gegen sie aus. Katharina hat zwei Eigenschaften: Treue und Stolz (S.142;S.85). Der Reporter Tötges, der für die Berichte verantwortlich ist, bringt ihr nicht diese nötige Achtung entgegen. Er stellt sie permanent erniedrigend dar. Z.B. „Mörderbraut immer noch verstockt" (S.39;Z.27-29), und „...,so grenzt es doch schon ans extrem Perverse, dass sie bei dem Tod keine Träne vergoss."(S.113;Z.21,22). Diese letzte Aussage der Zeitung entspricht aber nicht der Wahrheit, da Katharina weinte, als sie die Leichenkammer verließ.(S.107;Z.10,11) Else Woltersheim setzt sich für Katharina ein und fragt die Beamten, ob man nichts gegen die Presse unternehmen könne, um Katharinas verlorene Ehre wieder herzustellen. Doch dort wird sie lediglich auf die Pressefreiheit hingewiesen. In Katharina baut sich währenddessen immer mehr Wut gegen die Zeitung und somit gegen den Reporter Tötges auf (.....,dieser Mensch, der mein Leben zerstört hat," S.134;Z.12/13). Des weiteren erhält Katharina viele anonyme Briefe mit sexuellen Offerten und telefonische Beschimpfungen (S.77), die darauf zurückzuführen sind, dass die Zeitung über angebliche Herrenbesuche schrieb.In einem Gespräch mit Dr. Heinen beklagt sie sich z.B. auch darüber, dass sie durch die Zeitung um Ehre, Ruf und Gesundheit gebracht wurde (S.106;Z.26,27). Katharina wird in sexuellen Dingen „äußerst empfindlich, fast prüde" von den Blornas beschrieben.(S.19;Z.10) Als Tötges schließlich zu einem Interview in ihre Wohnung kommt und sie bedrängt,(„Was guckst du mich denn so entgeistert an, mein Blümelein - ich schlage vor, dass wir jetzt erst einmal bumsen", S.135;Z.19,20,21) kann sich Katharina nicht mehr beherrschen. Dieser Satz gibt Katharina den entscheidenden Anstoß, auf Tötges zu schießen. Sie war verzweifelt und wusste sich nicht anders zu wehren. Sie wollte sich an ihm rächen und durch seinen Tod ihre Ehre wieder herstellen. Nach der Tat zeigt sie keine Reue und denkt, das einzig Richtige getan zu haben(S.136), denn jetzt kann der Reporter keine Lügen mehr über sie verbreiten. ( „Ich dachte natürlich auch an den Erschossenen da in meiner Wohnung .Ohne Reue, ohne Bedauern.",S.137;Z.6-8) Außerdem heißt der Untertitle des Buches: „ Wie Gewalt entsteht und wohin sie führen kann". Die Gewalt ,die die Zeitung nämlich auf Katharina ausübt, gibt sie durch einen tödlichen Schuss auf Tötges zurück.
Anne Hoffmann, Larissa Covolato, Sarah Wegener