Johann Georg Zimmermann schreibt im Januar 1775 an Charlotte von Stein:

„Sie wollen, dass ich Ihnen von Goethe spreche...

Jemand, der mich neulich besuchte, machte mir folgende Schilderung von Goethe: 24 Jahre alt, Rechtsgelehrter, guter Advokat, Kenner und Leser der Alten, besonders der Griechen, Dichter und Schriftsteller, orthodox, Ketzer, Possentreiber, musikus, zeichnet frappant, ätzt in Kupfer, gießt in Gips, schneidet im Holz - kurz, er ist ein großes Genie, aber ein furchtbarer Mensch. Eine Frau von Welt, die ihn häufig gesehen, sagte mir, Goethe sei der schönste, der lebhafteste, der originalste, glühendste, ungestümste, zugleich sanfteste, verführerischste, kurz der für das Herz einer Frau gefährlichste Mann, den sie in ihrem ganzen Leben getroffen habe."

Brief Goethes an Charlotte vom Stein 1775:

„Ach, da ich irrte, hatt´ ich viel Gespielen, da ich dich kenne, bin ich fast allein."

Charlotte von Stein, Zeichnung von Goethe.- In: Reinhard Lindenhahn, Weimarer Klassik, Berlin 1996, S. 60

Goethe und Charlotte von Stein

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