Heinrich Heine |
Heinrich Heine, (1797-1856),
Schriftsteller Heine wurde am 13. Dezember 1797 als Sohn eines
jüdischen Tuchhändlers in Düsseldorf geboren. Seine jüdische
Herkunft sollte zu einem prägenden Element seines Lebens und Denkens
werden, auch die Konfrontation mit dem benachbarten Frankreich unter der
napoleonischen Besatzung und die Jugenderfahrung der unerwiderten Liebe
finden reichen Niederschlag in seinem literarischen Schaffen. 1819 bis
1825 studierte Heine in Bonn, Göttingen und Berlin Jura und promovierte
zum Dr. jur. Da es Juden damals in Deutschland verboten war, einen
juristischen Beruf auszuüben, ließ er sich 1825 protestantisch taufen,
ohne jemals später als Jurist tätig zu werden. In Berlin, dem neben
Weimar wichtigsten Zentrum des zeitgenössischen kulturellen Lebens in
Deutschland, verkehrte Heine in literarisch-künstlerischen Kreisen, vor
allem dem berühmten literarischen Salon der Rahel Varnhagen, knüpfte
dort Verbindungen zur geistigen und gesellschaftlichen Elite der Stadt
und empfing hier entscheidende Anregungen für den Beginn seiner
dichterischen und publizistischen Laufbahn. Neben Dichtern der Romantik
wie Ludwig Tieck gewann der Geschichts- und Staatsphilosoph
G. W. F. Hegel großen Einfluss auf den jungen Heine.
1822 fand ein erster Band Gedichte freundliche Aufnahme beim Publikum. |
Erst die 1826 veröffentlichte „Harzreise", ein Reisebericht
über eine Harzwanderung Heines, die sich auch mit den aktuellen
politischen und literarischen Verhältnissen in Deutschland
humoristisch-kritisch auseinander setzte, fand beachtliche Resonanz und
begründete Heines Ruf als Schriftsteller. Im darauf folgenden Jahr
erschien Heines zweite Gedichtsammlung, „Das Buch der Lieder".
Von 1827 bis 1831 lebte Heine in England und Italien sowie in
verschiedenen Gegenden Deutschlands. In dieser Zeit verfasste er die
Reiseskizzen, die zusammen mit der Harzreise die vier Bände seiner „Reisebilder"
(1826-1831) ergeben. In diesen und anderen Prosawerken und mehr noch in
seinen journalistischen Arbeiten wurde zunehmend Heines Sympathie für
die demokratischen Ideen der Französischen Revolution greifbar. Heine
erwies sich als unbestechlicher Beobachter der politischen
Verhältnisse; seine Kritik richtete sich in erster Linie gegen das
überalterte Feudalsystem der deutschen Königreiche und Duodezstaaten,
bevorzugt dort, wo er selber als Publizist die Willkür obrigkeitlicher
Zensur zu spüren bekam. Heine blieb sein Leben lang ein prominentes
Opfer der Zensoren, und sein Verleger Julius Campe in Hamburg musste
immer wieder alle Raffinesse aufbieten, damit neue Bücher seines
Hausautors in Druck gelangten.
Als 1835 die gesamten Schriften des Jungen Deutschland verboten
wurden, fiel auch Heine unter dieses Verdikt, obwohl sich seine Werke
von den politischen Pamphleten und der Gebrauchslyrik dieser
literarischen Gruppierung deutlich abheben. Bei aller scharfen Polemik
gegen die deutschen Zustände ging es Heine nie allein um eine
bürgerliche Revolution. Seine zeitkritischen Schriften kreisten stets
auch um die Vision einer am Lebensgenuss orientierten Idealgesellschaft,
weshalb er sich nie einer Partei oder Bewegung fest anschloss. So war es
weniger Oppositionsgeist als Unbehagen am (auch antisemitischen)
politischen Klima, die Heine 1831 als Korrespondent der Augsburger
Allgemeinen Zeitung nach Paris gehen ließ, wo er bis auf zwei kurze
Deutschlandreisen den Rest seines Lebens verbrachte.
In Paris schrieb Heine für mehrere deutsche Zeitungen und zählte
bis zu seinem Tod 1856 zu den prominenten Mitgliedern der
ortsansässigen deutschen Kolonie und war führenden Vertretern des
kulturellen Lebens der Stadt, wie den Schriftstellern Honoré de Balzac
und George Sand und Komponisten wie Louis Hector Berlioz und Frédéric
Chopin freundschaftlich verbunden. 1841 heiratete er seine Geliebte
Mathilde, ein französisches Ladenmädchen. 1844 erschien „Deutschland.
Ein Wintermärchen", seine wohl bekannteste politische Satire, die,
angeregt durch eine Reise von Paris nach Hamburg, aus der Sicht des
Exilanten bissig-pointiert das Deutschland zur Zeit der Restauration
kommentiert. Heine starb am 17. Februar 1856 in Paris.